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Wo kommt unser Tee her

Wo kommt unser Tee eigentlich her?

Wo kommt unser Tee her?

Wir sind sehr stolz darauf mit einer besonderen Kooperative zusammen zu arbeiten! Lasst uns ein bisschen darüber erzählen.

Teegarten Potong

In den Ausläufern des Himalayas schreibt der Teegarten Potong, früher eine koloniale Plantage, die nun kollektiv von ihren Arbeiter*innen betrieben wird, Geschichte. Wirklich außergewöhnliche Geschichte. Denn – wenn dieses revolutionäre neue Modell erfolgreich ist, wird es nicht nur erhebliche Verbesserungen für die 350 Arbeiter*innen des Gartens und ihre Familien mit sich bringen, sondern könnte dazu beitragen, einen dringend benötigten Wandel in der Teeindustrie anzustoßen. Mehr über den Anbau und das Gebiet Darjeeling, könnt ihr hier erfahren.

Bedeutung des Teegartens

Was macht den Potong Tea Garden so einzigartig? Der Versuch, eine schwierige Herausforderung anzugehen: Und zwar ein neues Teesystem aus einem verfallenden und zerbröckelnden Plantagenmodell aufzubauen. Das ist auch deswegen so schwer, weil es aus den Tagen des Britischen Empires weitgehend unverändert geblieben ist.

Was bedeutet das? Das Plantagenmodell basiert vor allem auf Ausbeutung und konzentrierter Macht. Eine Privatperson oder Firma besitzt dabei das gesamte Land, Teebüsche und dementsprechend auch ihre Blätter. Auch hier gab es Sklavenarbeit – sie hieß einfach nur anders. Schuldknechtschaft war das Wort was man damals nutzen – trotzdem lebten die Menschen, die dorthin gebracht wurden, weil Fachkräftemangel herrschte wie die Sklaven.

Warum ist dieser Versuch so wichtig? Etwa 50 Millionen Arbeiter*innen in den Entwicklungsländern verdienen ihren Lebensunterhalt mit dieser Industrie.  Und die meisten von ihnen arbeiten in einem System, das geprägt ist von Großplantagen, Schuldknechtschaft – alles Überbleibsel eines kolonialen Erbes. Und trauriger weise können sogar Verbraucher*innen, die versuchen, ethisch korrekte Einkäufe zu tätigen, unwissentlich dieses System unterstützen. 

Aufgrund des feudalen Charakters der Teeplantagen sind die Arbeiter*innen oft in einem System der Abhängigkeit gefangen. Feudaler Charakter? Lasst uns erklären: In vielen Fällen erhalten die Arbeiter*innen ihre Unterkunft, Schulbildung und medizinische Versorgung von der Plantage. Verliert jemand seinen Job oder wird die Plantage aufgegeben, stehen Tausende von Arbeiter*innen und ihre Familien ohne jede Form von Einkommen, Unterkunft oder Dienstleistungen da. Was es braucht, sind engagierte faire Händler und Verbraucher*innen, die jetzt handeln, um ein neues Modell zu schaffen, das auf Menschenrechten und wirtschaftlicher Gerechtigkeit basiert.

Geschichte des Teegartens

Der Potong Tea Garden wurde vor über 100 Jahren von den Briten gegründet, wieder aufgegeben, übernommen, schlecht verwaltet und wieder aufgegeben.  Während dieser Zeit waren 2500 Menschen von der Plantage abhängig, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber mehr noch – er war für diese Menschen ein Dach über dem Kopf, die Möglichkeit medizinisch versorgt zu werden und eine Ausbildung zu erhalten. Nach einer Reihe an Übernahmen durch die Regierung und die Privatindustrie, die den Garten immer weiter in den Ruin trieben, wandten sich die Besitzer von Potong 2005 hilfesuchend an Tea Promotors of India (TPI). Die gelten als eines der fortschrittlichsten und visionärsten Unternehmen der Teeindustrie. Mit dem Ziel, den Besitz von Kleinbauern zu ermöglichen, schlugen Vertreter von TPI eine Lösung vor, um das Gut in Betrieb zu halten.  Die Arbeiter*innen erklärten sich bereit, das Management und 51 Prozent der Anteile an der Plantage zu übernehmen. TPI stimmte zu, 25 Prozent der Anteile zu kaufen und bot technische Hilfe und Marktunterstützung an. Eine Win-Win Situation also. Ein Arbeiter-Eigentümer sagte: “Früher war das Management die oberste Instanz und wir hatten Angst vor ihnen. Jetzt diskutieren wir die Dinge unter uns. Wir haben eine neue Struktur, und wir können mit Würde und für unsere eigene Entwicklung arbeiten und für niemanden sonst. Das ist unser Modell; wenn wir erfolgreich sind, dann haben wir eine Zukunft.” Sie arbeiten also selbstständig unter eigener Verantwortung und das ist auch gut so.

Struktur des Teegartens

Die Arbeiter*innen lernen, ihren Teegarten zu besitzen, zu verwalten und zu betreiben. Alles was so dazugehört! Mit ausgiebigem Training und technischer Unterstützung von TPI erlernen sie neue Fähigkeiten und bauen den Betrieb wieder auf. Die jahrzehntelange Vernachlässigung hat jedoch auch ihren Tribut an die Produktivität der Farm gefordert. Uns wurde gesagt, dass einige der Teesträucher noch so ursprünglich sind, das sie gepflanzt wurden, als Lincoln Präsident war. 1860! Die Produktion war deshalb zu Beginn nur noch halb so hoch wie sie sein könnte, da viele der Teesträucher abgestorben sind und viele Hektar brachliegen.

Die Verantwortlichen des Teegartens arbeiten hart Seite an Seite mit TPI, um den dringend benötigten wirtschaftlichen und sozialen Wandel herbeizuführen. Sie verstehen, dass die Wiederherstellung der Umwelt und die Instandhaltung der Farmen gleichermaßen wichtig sind für die Gleichung. Der Bedarf an neuen Teesträuchern, organischem Dünger und verbesserten Bewässerungssystemen ist entscheidend für ihren Erfolg. All das muss finanziert werden – hier sind wir gefragt. Je mehr wir bei dieser Kooperative bzw. dem Teegarten einkaufen, desto besser können sie den Garten verwalten. Ein Paket nach dem anderen.

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